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Selbsteinschätzung mit digitalen Medien

Ein Überblick über verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten am Beispiel mebis

Um Lernprozesse selbst steuern zu können, müssen Lernende in der Lage sein, sich und ihren Lernstand selbst einzuschätzen und ausgehend von dieser Einschätzung für sie geeignete Lerninhalte auszuwählen. Erprobte Methoden dieser Art der Selbstdiagnostik sind Selbsteinschätzungsbögen und Lerntagebücher.

Digitale Werkzeuge erlauben eine einfache Handhabung dieser Instrumente und bieten gegenüber analogen Varianten einige Vorteile. Im Folgenden werden die digitalen Umsetzungsmöglichkeiten kurz vorgestellt.

Digitale Selbsteinschätzungsbögen

Mit Hilfe von Selbsteinschätzungsbögen reflektieren die Lernenden anhand vorgegebener Prüffragen ihren Lernstand in Bezug auf konkrete Lerninhalte und grundlegende Kompetenzen.

Am Beginn von Selbstlernkursen bietet es sich etwa an, die Lernenden zu einer Selbsteinschätzung aufzufordern. Diese dient zum einen der Aktivierung von Vorwissen, zum anderen stellt sie die Grundlage dafür dar, um im weiteren Verlauf des Selbstlernkurses geeignete Aufgaben und Inhalte auszuwählen.

In der mebis Lernplattform können Selbsteinschätzungen mit verschiedenen Aktivitäten durchgeführt werden. Die Auswahl hängt dabei vom Umfang der Prüffragen und der Möglichkeit der Einsicht und Auswertung der Eingaben ab. Einige Beispiele:

Lerntagebuch - Reflexion des Lernprozesses

Durch die eigenständige Dokumentation der Lernfortschritte in Lerntagebüchern findet eine bewusste Vergegenwärtigung von bereits erreichten und noch ausstehenden Lernzielen. Es empfiehlt sich, die Dokumentation kontinuierlich zu führen. Die Lernenden setzen sich immer wieder mit ihren Lernständen auseinander und können das Erreichen von Zielen überprüfen.

Bei Formaten des selbstgesteuerten Lernens könnten die einzelnen Schülerinnen und Schüler zudem dokumentieren, welche Aufgaben und Lerninhalte bereits bearbeitet wurden und inwieweit diese gelöst bzw. durchdrungen werden konnten. So behalten sie auch den Überblick über den jeweiligen Kurs.

Um den Lernenden das Führen des Lerntagesbuchs zur erleichtern ist es notwendig, klare Aspekte zu formulieren, die sie bei der Dokumentation ihrer Selbstreflexion notieren sollen. Denkbare Aspekte könnten beispielsweise sein:

  • Subjektive Empfindung des Schwierigkeitsgrads eines Teilbereichs
  • Einschätzung des Grads des Verständnisses des Lerngegenstands
  • Investierte Zeit
  • Problematische Stellen
  • Persönliche Ziele und Terminierung dafür

Die Komplexität der Formulierungen sollte je nach Alter angepasst werden. Es kann beispielsweise auch mit einfachen Formulierungen und einem abgestuften Smiley-System gearbeitet werden.

Link zu mebis

Ein Vorteil von digitalen Lerntagebüchern gegenüber analogen ist, dass Einträge jederzeit leicht überarbeitet werden können und sie sowohl von den einzelnen Lernenden als auch von deren Lehrkraft zeitgleich eingesehen werden können.

Anleitung zur Aktivität „Tagebuch"

Weitere Methoden digitaler Lernstandsmessung

Neben der individuellen Selbsteinschätzung können digitale Medien auch für weitere Methoden der Lernstandsmessung eingesetzt werden. Bei diesen steht die Interaktion zwischen den Lernenden oder die Interaktion mit der Lehrkraft im Fokus.

Peer-Feedback

Beim Peer-Feedback geben sich die Lernenden gegenseitig Rückmeldung über ihren Lernerfolg. Dabei ist es wichtig, ein kriteriengeleitetes Feedback vorzugeben. Den Feedback-Gebern sollte bekannt sein, welche Lernziele erreicht werden sollen, damit sie sich in ihrem Feedback direkt darauf beziehen können. Das lässt sich durch eine präzise Formulierung des Arbeitsauftrags für die Lernaufgabe umsetzen.

In der mebis Lernplattform steht für die systematische Durchführung von Peer-Feedback die Aktivität „Gegenseitige Beurteilung“ zur Verfügung. Als mögliche Aufgabenstellung erhalten die Lernenden den Auftrag, eine Zusammenfassung zu einem Lernbereich zu verfassen. Der Text wird anschließend von den Mitlernenden auf der Grundlage vorher festgelegter Kriterien hin überprüft und es wird eine entsprechende Rückmeldung verfasst. Aus dieser können die einzelnen Schülerinnen und Schüler ihren individuellen Lernstand zum Thema ableiten.

Lernstandsgespräche auf Grundlage von Beobachtung

Die oben beschriebene Aktivität „Tagebuch“ bietet Lernenden nicht nur die Möglichkeit, ihren individuellen Lernfortschritt zu dokumentieren. Durch die Möglichkeit der Lehrkraft, auf das Tagebuch zuzugreifen, kann sie den individuellen Lernstand auf der Grundlage der Selbsteinschätzung der Lernenden beurteilen. Dies stellt eine gute Basis für ein Lernstandsgespräch mit dem Lernenden dar. Im gegenseitigen Austausch können dort Themenbereiche erörtert werden, in denen die Schülerin oder der Schüler noch Nachholbedarf hat. Der entscheidende Vorteil gegenüber der klassischen Portfolio-Arbeit liegt darin, dass die Nutzung des Lerntagebuchs asynchron stattfinden kann. Es muss als nicht vereinbart werden, bis wann, der Tagebucheintrag zur Durchsicht an die Lehrkraft übergeben wird, das diese jederzeit Zugriff darauf hat.

Links

Hatties Beitrag im Band von Sutton, Hornsey & Douglas (2011) berücksichtigt auch das Peer-Feedback. Dieses erzielt ebenso eine hohe Effektstärke, sollte aber vorher eingeübt werden.

Hattie: Feedback in schools

Im mebis Infoportal finden Sie ausführliche Informationen zur Methode „Peer Feedback". Dort werden auch zwei alternative Umsetzungsmöglichkeiten skizziert:

Peer-Feedback mit mebis